Bildungszentrum Marinaha

 

WER SIND DIE KULINA?
Die Kulina sind ein indigenes Volk, das im Amazonasgebiet Brasiliens und Perus lebt. Dabei halten die Kulina ihre eigene Kultur und Sprache aufrecht. In der Vergangenheit lebten die Kulina völlig autark, das heißt sie waren nur von sich selbst und der sie umgebenden Natur abhängig. Ihr Weltbild ist geprägt von Animismus und schamanistischen Riten. Seit etwa einhundert Jahren besteht Kontakt zu nicht-indigenen Brasilianern.

DIE AKTUELLE SITUATION DER KULINA
Der Großteil der Kulina lebt nach wie vor recht traditionell in den Dörfern (Landwirtschaft, Fischfang und Jagd). Sie kommen aber auch regelmäßig in die Städte, um z.B. Einkäufe zu erledigen und ihre Sozialhilfe zu empfangen. Der Zugang zu den Städten ermöglicht auch den Zugang zum Alkohol, der für viele Kulina ein massives Problem darstellt. Der übermäßige Alkoholkonsum fördert die Gewaltbereitschaft der Kulina untereinander, aber auch sich selbst gegenüber, bis hin zum Suizid. Er zerstört ganze Familien und führt immer mehr zum Verfall der Kultur. Die Bildungssituation der Kulina ist trotz der staatlichen Grundschulen, die in den meisten Dörfern vorhanden sind, prekär. Viele Kulina können weder lesen, schreiben noch Portugiesisch sprechen.

Alkoholmissbrauch und der Verfall der Kultur innerhalb der Dörfer, auf der anderen Seite ein extremer Mangel an Bildung, Sprachbarriere und konfliktbelastete Beziehungen zu den Brasilianern in den umliegenden Städten, haben Identitätsverlust und Perspektivlosigkeit zur Folge. Die extrem hohe Selbstmordrate unter den jugendlichen Kulina ist alarmierend.

Einige Eltern jugendlicher Kulina, sowie Leiter aus den Dörfern, baten um Hilfe, denn sie wollten ihre Kinder in der Stadt wohnen lassen, damit sie dort zur Schule gehen könnten. So entstand die Vision, ein  ganzheitliches Bildungszentrum in der Kleinstadt Envira aufzubauen: das Bildungszentrum Marinaha.

DAS BILDUNGSZENTRUM MARINAHA
„Marinaha“ ist Kulina und bedeutet „Am Wissen festhalten“. Im Bildungszentrum  Marinaha  soll  dabei  nicht  nur  das  schulische Wissen gefördert, sondern auch das kulturelle Wissen der Kulina bewahrt werden.

Im September 2019 wurden erstmals 30 jugendliche Kulina aus 8 verschiedenen Dörfern im Bildungszentrum Marinaha aufgenommen. Ziel ist, dass die Jugendliche die Chance bekommen, sich an die aktuellen Veränderungen und Herausforderungen anzupassen, die ihnen sowohl in ihren Dörfern als auch in den sie umgebenden Städten begegnen.

Marinaha stützt sich dabei auf verschiedene Bereiche, wie den schulischen und den berufsfördernden Bereich. Im schulischen Bereich sollen die Schüler grundlegende Bildung erhalten, damit sie Anschluss an das städtische Schulsystem haben. Durch Kurse und Praktika sollen sie an die herkömmlichen Berufszweige herangeführt werden. So haben sie die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen in den Dörfern zu verbessern, können aber auch bezahlte Arbeiten in den umliegenden Städten finden.

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