Das Projekt

In Ecuador arbeiten wir in einem Projekt mit, das indigene Stämme mit Trinkwasser versorgt. Das Projektbüro ist in Shell, einer kleinen Stadt am östlichen Fuß der Anden. Hier wird die Projektplanung etc. durchgeführt. Die Durchführung der Projekte erfolgt bei verschiedenen Stämmen im Amazonas-Regenwald. Hierzu fliegt ein Projektteam regelmäßig für etwa eine Woche zu den Stämmen in den Regenwald hinein. Die Durchführung erfolgt dann in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des jeweiligen Stammes.

Trinkwasserversorgung

24,5 % der ländlichen Bevölkerung Ecuadors ist noch immer ohne angemessenen Anschluss an eine Trinkwasserversorgung. Dazu zählen auch viele indigene Stämme. Im Amazonas-Regenwald gibt es zwar viel Wasser, doch das Wasser ist oft verunreinigt und weist eine schlechte Qualität auf. Das ist auf zwei Gründe zurückzuführen:

  • Abwässer aus Städten in den höheren Lagen werden in die Flüsse geleitet.
  • Die Erdölindustrie war über Jahrzehnte im Amazonas-Regenwald Ecuadors aktiv und hat dabei das Wasser und den Boden großflächig kontaminiert.

Die Verschmutzung durch die Erdölindustrie fand vor allem im Norden des ecuadorianischen Regenwaldes statt. In der Gegend um Shell herum sind fast alle Flüsse hauptsächlich durch Abwässer verunreinigt.
Das Wasser ist die Lebensader des Amazonas-Regenwaldes und seiner Bewohner. Die Verunreinigung dieser wichtigen Ressource führt zu einer Vielzahl von Erkrankungen. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist deshalb aus hygienischer und gesundheitlicher Sicht von immenser Bedeutung für die indigenen Stämme.

Bevor ein Trinkwasserversorgungsprojekt mit einem Stamm durchgeführt wird, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein, die die Nachhaltigkeit des Projektes sichern sollen. Beispielsweise folgende Bedingungen:

  • Der Stamm kommt eigeninitiativ auf die Organisation mit dem Anliegen einer Trinkwasserversorgung zu.
  • Der Stamm ist selbst nicht in der Lage, das Projekt eigenständig durchzuführen.
  • Der Stamm kümmert sich selbst um die staatliche Zulassung einer Trinkwasserversorgungseinrichtung.
  • Der Stamm kommt für diverse Baumaterialien selbst auf (z.B. Holz für einen Wasserturm).
  • Der Stamm arbeitet selbst aktiv am Projekt und an den Bauarbeiten mit und versorgt die Mitarbeiter während ihres Aufenthalts im Regenwald.

Die Trinkwasserversorgung wird dann in der Regel durch eine mehr oder weniger nahe beim Stamm gelegene Quelle gesichert. Die Quelle wird eingefasst und Leitungen von der Quelle zum Dorf gelegt. Zur Speicherung des Wassers wird im Dorf ein Wasserturm gebaut. Oft liegt die Quelle nicht hoch genug, um das Wasser allein über Gefälle, d.h. über die Schwerkraft, zum Dorf zu befördern. Dann muss eine Pumpe installiert werden, die über Solarenergie betrieben wird.

Ist keine Quelle zu finden, kann alternativ auch ein Brunnen gebohrt werden.

Shell

Das Büro bzw. die Zentrale des Projekts ist in Shell. Shell ist eine kleine Stadt am östlichen Fuß der Anden, die auf etwa 1000 m Höhe liegt. Sie ist ca. 150 km entfernt von Ecuadors Hauptstadt Quito und liegt an der Grenze zwischen den Anden und dem Amazonas-Regenwald. Gewissermaßen stellt sie den Eingang zum wenig besiedelten Amazonas-Regenwald im Osten Ecuadors dar.

1937 wurde Shell als Basis der Ölfirma Shell gegründet, die in der Nähe große Ölvorkommen vermutete. Aufgrund feindlicher Übergriffe durch indigene Stämme, die mehrere tote Shell-Mitarbeiter zur Folge hatten, wurde Shell 1948 als Basis von der Ölfirma aufgegeben und verlassen.

Ab 1949 diente Shell dann als Missionsbasis. 1956 erlangte Shell weltweite Aufmerksamkeit als 4 Missionare und ihr Pilot verschwanden. Jim Elliot und seine Begleiter waren bei dem Versuch, Kontakt zu den Huaorani-Indianern aufzubauen, von Kriegern des Stammes getötet worden. Jim Elliots Frau Elisabeth Elliot und die Frau des Piloten Rachel Saint führten die Arbeit der Missionare erfolgreich fort und lebten sogar eine Zeit lang bei den Huaorani.

Auch heute noch ist Shell eine wichtige Missionsbasis. Mittlerweile gibt es in der Stadt Kirchen, Schulen, Krankenhäuser und den regionalen Flughafen "Rio Amazonas Airport".

Amazonas-Regenwald

Die indigenen Stämme, bei denen eine Trinkwasserversorgung errichtet wird, leben im Amazonas-Regenwald. Dieser Regenwald bestimmt den Osten Ecuadors, den sogenannten Oriente. Die Region ist etwa 100.000 km² groß. Die Anden stellen eine Wasserscheide dar, wodurch der Osten Ecuadors zum Amazonasbecken gehört. Das heißt der Niederschlag auf der Ostseite der Anden fließt letztlich in den Amazonas.

Der ecuadorianische Amazonas-Regenwald ist die am dünnsten besiedelte Region des Landes. Im Regenwald leben vor allem indigene Völker wie die Kichwa, Huaorani und Shuar. Diese Völker und ihre Stämme können von Shell aus nur per Flugzeug erreicht werden.

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